Forschungs- & Publikationsdatenbank

Familienbedürfnisse und familienorientierte Beratung in der Frühförderung behinderter Kleinkinder - eine vergleichende Studie von kognitiv behinderten, blinden und hörbehinderten Kleinkindern (FamFrüh)


Projektdauer:

01.05.09 bis 30.04.13

Kurzinhalt:

In dem Projekt werden die Beratungsbedürfnisse von Eltern unterschiedlich behinderter Kinder im Alter unter drei Jahren und die elterliche Zufriedenheit mit familienorientierten Hilfen in der Frühförderung analysiert. Die Zielgruppe umfasst Kinder mit einer Hörbehinderung, blinde Kinder sowie Kinder mit drohender geistiger Behinderung. Es geht einmal um die Frage, welche Bedürfnisse die Eltern selbst hinsichtlich des Umgangs mit frühen "Besonderheiten" (z.B. Probleme der Selbstregulation, Kommunikationsschwierigkeiten) ihres Kindes und ihrer eigenen familiären Belastung als vordringlich ansehen. Weiter geht es um die Frage, wie sich die Wahrnehmung des kindlichen Verhaltens im Alltag und der eigenen Lebenssituation über einen Zeitraum von einem Jahr verändert, und schließlich um die Frage, wie zufrieden die Eltern mit der Unterstützung sind, die sie von Einrichtungen des Systems "Frühförderung" zur Bewältigung ihrer besonderen Anforderungen erhalten.

Das Projekt orientiert sich an Forschungsergebnissen wie denen aus der "Early Intervention Collaborative Study" (Shonkoff et al., 1992; Hauser-Cram et al., 2001), die fordern, dass die Frühförderung nicht nur auf die Förderung der kindlichen Entwicklung auszurichten ist, sondern durch eine systematische Unterstützung der Eltern bei der Bewältigung der Belastungssituation zu ergänzen ist.

Vorliegende Studien zur Zufriedenheit der Eltern mit einem solchen familienorientierten Angebot der Frühförderung in den USA (National Early Intervention Longitudinal Study, NEILS; Bailey et al., 2004) zeigen insgesamt eine recht hohe Zufriedenheit der Eltern mit dem Angebot, eine Teilgruppe von Eltern (mehr als 10%) vermisste jedoch ausdrücklich Hilfen in den Bereichen "Vermittlung sozialer Hilfen", "Anleitung zu Spiel- und Sprachförderung", "Kontakte zu anderen Eltern" sowie "Entlastung im Alltag".

Ähnlich umfassende Daten zur Zufriedenheit mit der Frühförderung liegen in Deutschland nicht vor. Studien an kleineren Stichproben sprechen aber ebenfalls dafür, dass die Mehrzahl der Familien zwar zufrieden ist mit der Förderung, die die Kinder erhalten, sich aber mehr Hilfen für die Bewältigung der durch die Diagnose der Behinderung veränderten und häufig belastet erlebten Lebenssituation wünschten (Leonhardt & Siebeck, 2004; Hintermair & Hülser, 2003; Peterander & Speck, 1995; Klauß 1996, 2005).

In dem Projekt wird zum einen in einer quantitativen Befragung bei Eltern von hörgeschädigten, blinden/sehgeschädigten und geistig behinderten Kindern im Alter unter drei Jahren zu zwei Untersuchungszeitpunkten im Abstand von einem Jahr mit einer Reihe von Fragebögen ihre subjektiv erlebte Situation in Bezug auf verschiedene Merkmale und Variablen erhoben.

Zu einem dritten Befragungszeitpunkt nach drei Jahren (Durchführung: Dezember/Januar 2012/13)werden vor allem entwicklungspsychologische Daten zur sprachlichen, kogntiven und sozial-emotionalen Entwicklung der Kinder erfasst und mit den Ergebnissen der Erst- und Zweiterhebung in Beziehung gesetzt.

Parallel zur Fragebogenstudie mit den Eltern werden Mitarbeiter der Frühförderung in qualitativen Interviews nach positiven und negativen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Familien behinderter Kinder befragt.

Ergebnis:

Die Ergebnisse der Erst-, Zweit- und Drittbefragung im Rahmen der Längsschnittstudie sind in zahlreichen Publikationen in nationalen und internationalen Fachzeitschriften publiziert worden (siehe Publikationen)

Projektbeteiligte:

Icon-UserProf. Dr. Sarimski, KlausProfil
Icon-UserProf. Dr. Hintermair, ManfredProfil
Icon-UserProf. Dr. Lang, MarkusProfil
Icon-UserStudentische Hilfskräfte

In Zusammenarbeit mit:

Icon-PersonengruppeLebenshilfe e.V. und weitere Eltern-Selbsthilfegruppen

Interdisziplinäre Frühförderstellen in Baden-Württemberg

Sonderpädagogische Beratungs- und Frühförderstellen an Schulen für Geistigbehinderte in Baden-Württemberg

Sonderpädagogische Beratungs- und Frühförderstellen an Schulen für blinde und hörbehinderte Kinder in unterschiedlichen Bundesländern

Sozialpädiatrische Zentren in H

Verweis auf Webseiten:

Keine

Angehängte Dateien:

keine

Publikationen:

Forschungsprojekt
abgeschlossen
Projekt-ID:306
Fak I • Sonderpädagogik - Frühförderung
Erfasst von Hintermair, Manfred(Prof. Dr.) am 07.01.11
Zuletzt geändert von Prof. Dr. Hintermair, Manfred am 18.12.19