Forschungsprojektabgeschlossen

Studie zur Effektivität des Einsatzes von Lichtpulten zur visuellen Wahrnehmungsförderung

tba (to be announced)

Projektdauer01.08.19 – 31.12.20
EinrichtungFak I
InstitutSonderpädagogik - Blinden- und Sehbehindertenpädagogik

Kurzinhalt

In der sehbehindertenspezifischen Frühförderung wie auch in der visuellen Wahrnehmungsförderung mit Schulkindern und Jugendlichen (oftmals mit schwerwiegenden mehrfachen Beeinträchtigungen) kommen seit Jahren Lichtpulte/Leuchttische verschiedener Hersteller zum Einsatz. Bislang fehlt eine Studie, die die Effektivität dieser Medien und dazu passender Förder- und Spielmaterialien untersucht.
Folgende forschungsleitende Fragestellungen liegen der Studie zu Grunde:
• Welche Einflüsse auf Sehfunktionen (z.B. visuelle Aufmerksamkeit, Augefolgebewegungen, Auge-Hand-Koordination, Figurwahrnehmung) lassen sich beim Einsatz von Lichtpulten beobachten?
• Sind gegebenenfalls beobachtbare Fördereffekte auf den Einsatz von Lichtpulten zurückzuführen oder lassen sich diese allein durch den Einsatz der verwendeten Spiel- und Fördermaterialien auslösen?
• Gibt es negative Effekte beim Einsatz von Lichtpulten (z.B. starke Blendung) und wie lassen sich diese minimieren?
• Wann erscheint ein Einsatz von Lichtpulten als sinnvoll bzw. gibt es Voraussetzungen für einen effektiven Lichtpult-Einsatz (z.B. Abhängigkeit von medizinischen Diagnosen, kognitive oder sprachliche Voraussetzungen)?

Das Lichtpult „LiteScout“ ist aktuell das an Einrichtungen der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik verbreitetste Produkt. Die Studie wird aus diesem Grund mit dem Produkt LiteScout durchgeführt, bezieht sich jedoch auf die Wirkung von Lichtpulten allgemein. Die erzielten Ergebnisse lassen sich auf sämtliche Lichtpulte mit dimmbarer Beleuchtung übertragen, da produktspezifische Besonderheiten des LiteScouts (z.B. magnetische Oberfläche) bewusst außer Acht gelassen und in den Übungssequenzen nicht berücksichtigt werden. Bezüglich der in unserer Studie eingesetzten Spiel- und Fördermaterialien verwenden wir durchweg sehr unterschiedliche Produkte verschiedener Hersteller, die individualisierend ausgewählt werden.
Die Studie wird im Rahmen mehrerer studentischer Abschlussarbeiten (Wissenschaftliche Hausarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten) durchgeführt. Die Studierenden führen eine Reihe von Einzelfallstudien durch, in denen Schülerinnen und Schüler mit mehrfachen Beeinträchtigungen (darunter auch eine gravierende Sehbeeinträchtigung) am Lichtpult Förderstunden erhalten. Die eingesetzten Aufgabenformate und Fördermaterialien richten sich nach dem individuellen Entwicklungsstand der Kinder und Jugendlichen und können unterschiedliche Sehfunktionen betreffen. Sämtliche Übungen werden sowohl am LiteScout und ohne dieses Medium auf einer kontrastreichen (nichtleuchtenden) Arbeitsfläche angeboten. Mithilfe von Videomitschnitten und Beobachtungsrastern werden die Reaktionen der Kinder und Jugendlichen erfasst und detailliert analysiert (z.B. hinsichtlich Konzentration, Motivation, Steigerung der Aktivität, Erfolgsquote der Aufgaben etc.). Die Einzelergebnisse werden dann zusammengeführt, um eine gewisse Verallgemeinerbarkeit der Aussagen herzustellen.
Geplant sind darüber hinaus Befragungen der Einrichtungen der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik zum Einsatz von Lichtpulten und der diesbezüglichen Erfahrungen.
Die Untersuchung der pädagogischen Effektivität von Lichtpulten ist pädagogische bedeutsam, weil konkretisiert werden kann, welche Kinder (bei welchen Beeinträchtigungen der visuellen Wahrnehmung) vom Einsatz der Lichtpulte profitieren und welche weiteren Variablen gegebenenfalls zu beachten sind (z.B. personale Faktoren) etc.
Die Ergebnisse der Studie werden zusammengefasst und in Fachzeitschriften veröffentlicht.

Ergebnis

Im Rahmen von insgesamt 12 Einzelfallstudien mit sehbehinderten Kindern mit zusätzlichen Beeinträchtigungen im Alter von 3 bis 13 Jahren wurde die Effektivität des Einsatzes von Lichtboxen zur visuellen Wahrnehmungsförderung überprüft. Hierzu wurden videografierte Fördersequenzen, bei denen Übungen zu verschiedenen Sehfunktionen sowohl mit als auch ohne Lichtbox durchgeführt wurden, analysiert. Die beobachtbaren Reaktionen und Verhaltensweisen der Kinder lassen Fördereffekte in den Bereichen erfolgreiche Aufgabenbewältigung, Aufmerksamkeit, Motivation und Interesse am Spielmaterial erkennen, die auf den Lichtboxeinsatz zurückzuführen sind.

Detaillierte Informationen zu den Ergebnissen sind im Abschlussbericht (PDF-Dokument) zusammengefasst.

Projektbeteiligte

MLProf. Dr. Lang, MarkusWissenschaftliche MitarbeitProfil
FLLaemers, FrankWissenschaftliche MitarbeitProfil

In Zusammenarbeit mit

  • ORGEinrichtungen der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik (Schulen, Frühförderstellen, Beratungsstellen)

Verweise auf Webseiten

  • Keine

Angehängte Dateien

Publikationen

Projekt-ID 666
Fak I • Sonderpädagogik - Blinden- und Sehbehindertenpädagogik
Erfasst von Lang, Markus (Prof. Dr.) am 23.07.19
Zuletzt geändert von Lang, Markus (Prof. Dr.) am 29.03.21