Am Beispiel der pflanzlichen Vielfalt wird untersucht, wie im Rahmen der Lehrerausbildung bereichsspezifische naturwissenschaftliche Kompetenzen entwickelt werden können, die Lehrerinnen und Lehrer befähigen, sich angemessen innerhalb der Biodiversität zu orientieren und Lernprozesse dazu zu moderieren. Welche Lernerfahrungen der Studierenden müssen während des Studiums ermöglicht werden, damit die Basis einer Konzeptentwicklung gegeben ist und welche Kontexte bewähren sich?
Als Beitrag dazu werden Studienmodule an der Hochschule bezüglich Kompetenzentwicklung genau geprüft (deskriptiver Ansatz der Lehrkompetenzentwicklung) und innovative Unterrichtspraxis in Kooperation von Schule und Hochschule gezielt geplant und durchgeführt.
Dabei finden die von Blessing und Hutter (2004) normativ ausgearbeiteten bereichsspezifischen Kompetenzstufen (Klieme u. a. 2003, Hammann 2004) für den Umgang mit belebter Natur Beachtung. Unter Berücksichtigung der Selbstbestimmungstheorie der Motivation (Deci und Ryan 1991) kann sich Interesse dann entwickeln, wenn sich die Bedürfnisse nach Kompetenzerfahrung, Selbstbestimmung und sozialer Eingebundenheit mit dem Interessensgegenstand befriedigen lassen (Krapp 1998, Rheinberg und Vollmeyer 2000, Deci 1997). Denken wird nicht nur von konkreten Aufgabenmerkmalen bestimmt, sondern spiegelt in starkem Maße Lernerfahrungen wider, die in einem spezifischen kulturellen Umfeld erworben wurden (Dörner, Schaub, Strohschneider 1999, aber auch Lindemann-Matthies 2002). Maßgebend für uns sind auch Ansätze des situierten Lernens sowie strukturierte Lernumgebungen (Stern, Müller, Jonen 2002).
In unseren bisherigen Untersuchungen zu Lernzuwächsen durch Unterricht (Jäkel, Schaer 2004) zeigte sich auch, dass Vorbehalte und geringe Interessiertheit von Lehrenden am Lerngegenstand als maßgebliche Hindernisse von erfolgreichem Unterricht in diesem Themenbereich gelten können.
Ergebnis:
Im Ergebnis einer systematischen Begleitung von Studierenden im Rahmen botanischer Ausbildungsmodule (Pretest/Posttest über bisher 3 Jahre) können Zuwächse von Kenntnis und Wertschätzung detailliert eingeschätzt werden.
Bisher zeigten sich klar erkennbare punktuelle Zuwächse, indem vorher ungenannte Arten nun in die Liste der häufigsten Nennungen aufrückten. Das sind beispielsweise intensiv im Kurs untersuchte und in Kontexte eingebundene ausgewählte Sippen wie Wegwarte oder Schafgarbe, Wilde Möhre oder Berufkraut.