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Publikation Nr. 3753 - Details

Fachsprache Kunst.

Mesch, B. (2021). Fachsprache Kunst., Sprache als Lernmedium im Fachunterricht. Theorien und Modelle für das sprachbewusste Lehren und Lernen. (S.186-208) (3.. Auflage). Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.
Sammelband




Abstract
"Der Beitrag thematisiert die Bedeutung der Sprache im und für den Kunstunterricht. Selbstredend plädiert er für einen sensiblen im Umgang mit ihr auch in dem Fach, das sich mit Prozessen und Produkten schöpferischen Gestaltens auseinandersetzt. Die Spezifika sprachlicher Leistungen und Anforderungen betreffen Prozesse der Versprachlichung auf der Ebene der ästhetischen Wahrnehmung, des ästhetischen Erlebens, Reflektierens, Beurteilens und Kommunizierens unter Rekurs auf fachspezifische Termini und fachspezifische sprachliche bzw. zu versprachlichende historisch wie biographisch gewachsene intermediale und interkulturelle Erfahrungs- und Wissensbestände.

Ausgangspunkt bildet die Annahme, dass fachbezogenes Sprechen über Kunst im Unterricht sprachliche Herausforderungen bereithält, an denen Lernende mit und ohne Migrations- und/oder Inklusionshintergrund scheitern können und die ohne Support das Ziel selbst sprachungebundener ästhetischer Bildung nicht erreichen können. Denn eine domänenspezifische Einübung in fachspezifische Praktiken bleibt in institutionell initiierten ästhetischen Bildungsprozessen gebunden an verbal- und schriftsprachlich übermittelte Äußerungsformen. Kunstästhetische Erfahrung ist (auch) sprach(en)abhängig.

Gesetztes Ziel ist es, grundlegende sprachliche Herausforderung im Fach Kunst transparent zu machen und ansatzweise systematisch abzubilden. Dies gilt ungeachtet und vorbehaltlich der präsupponierten letztlichen Nichtübersetzbarkeit und Unaussprechbarkeit künstlerisch generierter Aussagen und evozierter ästhetischer Wirkungen in verbale Sprache. Ausgespart sei daher ein Diskurs über die Legitimation des In-Sprache-Bringens intendiert nicht-in-Sprache gebrachter sinn(en)fälliger Artefakte, ebenso der Versuch einer Definition von Kunst, die gegenwärtig eher über intendierte denn ästhetische Aspekte bestimmt zu sein scheint. Vielmehr fokussiert der Beitrag Sprache als lernmediales Instrument zur Erschließung künstlerischer Prozesse und Produkte und der Kommunikation darüber und impliziert, dass in der sprachlich fundierten, lerngegenstandsbezogenen Auseinandersetzung mit Kunst sprachliche Kompetenzzuwächse zu erzielen sind.
Die [...] Abschnitte sichten zunächst administrative Vorgaben zum Kunstunterricht hinsichtlich relevanter Zusammenhänge zwischen Sprach- und Kunstkompetenz. Dies betrifft länderübergreifende Bildungsstandards wie deren länderspezifische Ausgestaltungen (vgl. Kap. 2). In einem nächsten Schritt werden spezifische, den Kunstunterricht betreffende sprachliche Prozeduren herausgeschält, welche die (fach)sprachlichen Anforderungen des Kunstunterrichts aus sprachdidaktischer Sicht kennzeichnen (Kap. 3). Der daran anknüpfende Abschnitt widmet sich diesbezüglich dem Forschungsstand zum sprachbewussten Kunstunterricht (Kap. 4), um abschließend (derzeit noch weitgehend unbeachtete) Potenziale des Kunstunterrichts für die sprachliche Förderung und Bildung aufzuzeigen (Kap. 5). "

Attribute

Sprache:
Art der Begutachtung: Peer Review(Open review)
Print: Ja
Online: Nein
Datenmedium: Nein
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