Forschungsprojekt
Fak. 2 - Deutsch (mit Sprecherziehung)

Graphematisch fundierter Schriftspracherwerb – Entwicklung eines durchgängigen Konzepts zum Lesen- und Schreibenlernen
Status:aktuell laufendes Vorhaben
Kurzinhalt:Der Streit um den Königsweg zur Schrift entfacht sich ehedem wie heute an dem optimalen Zugriff auf Schrift. Dies betrifft deren mediale (mündlich vs. schriftlich) wie segmentale (Laut/Buchstabe vs. Silbe/Morphem vs. Wort/Satz) Ebene. Kreist der „Methodenstreit“ der 1960/70-er um die Frage, ob man besser analytisch am Einzellaut oder synthetisch am geschriebenen Wort/Satz ansetzt, entzündet sich seit den 1980ern die bis dato andauernde zweite Streitwelle daran, ob der gesprochene Laut der Sprech- bzw. Schreibsilbe als Tor zur Schrift vorzuziehen ist. Eine Konfliktlösung scheint schon deshalb nicht in Sicht, da sich damit lerntheoretische (offene vs. geschlossene Lernwege) und domänenspezifische (Rechtschreiben vs. Texte verfassen) verknüpfen.

Um dem Dilemma zu entgehen, soll ein Konzept entwickelt und evaluiert werden, dass Schrift(erwerb) nach neuesten graphematischen Erkenntnissen fundiert modelliert, dabei möglichst alle sprachliche segmentalen Ebenen (Laut/Buchstabe, Silbe, Morphem, Wort, Phrase, Satz und Text) im Blick behält und gezielt nach den domänenspezifischen Schnittstellen (Lesen, Rechtschreiben, Texte schreiben, motorisches Schreiben, Sprechen und Sprachreflexion) fragt.

Zu Beginn steht die Aufgabe im Vordergrund, ein entsprechend flexibles Curriculum herauszuarbeiten, das den oben genannten Anforderungen gerecht wird. Eine zweite Phase widmet sich der Entwicklung, Erstellung und Erprobung von Lernmaterialien. Daran schließt sich als dritte Phase die Pilotierung und empirische Evaluierung des Konzeptes an.


Literatur
Mesch, Birgit (2016): Weder am Buchstaben kleben – noch an der Silbe... Vorschläge für eine durchgängige Schriftförderung. In: Grundschulunterricht Deutsch (2016), H. 3, p. 13 – 18.


[kürzen]
Projektdauer:17.06.2019 bis 30.09.2024
Mitarbeitende:
Prof. Dr. Mesch, Birgit (Leitung) [Profil]


In Zusammenarbeit mit:AOR'in Stephanie Schönenberg, M.A. (PH Heidelberg)
Verweise auf Webseiten:
Keine
Angehängte Dateien:
Keine
Erfasst von Prof. Dr. Birgit Mesch am 05.09.2019
Zuletzt geändert von Prof. Dr. Birgit Mesch am 05.09.2019
    
Projekt-ID:702